
Der Kebab ist viel mehr als nur ein einfaches Street Food-Gericht: Er ist eine kulinarische Tradition, die Jahrhunderte Geschichte, kulturelle Begegnungen und gastronomische Innovationen erzählt. Vom Mittleren Osten bis zu den Straßen großer europäischer Städte hat sich der Kebab angepasst und die Gaumen von Millionen Menschen erobert, wodurch er zu einem Symbol der Verschmelzung verschiedener Kulturen geworden ist.
Ursprung des Kebabs: Eine alte Geschichte
Das Wort „Kebab“ stammt vom persischen Begriff „kabāb“, was „gegrilltes Fleisch“ bedeutet. Die ersten Erwähnungen des Kebabs finden sich in alten persischen und arabischen Texten, was darauf hindeutet, dass bereits während des Persischen Reiches Fleisch auf Spießen gegrillt und bei Banketten und Feierlichkeiten geteilt wurde.
Habt ihr euch schon einmal gefragt, welches Fleisch im Kebab verwendet wird? Er kann mit verschiedenen Fleischsorten zubereitet werden, wobei die Wahl oft von der kulinarischen Tradition der jeweiligen Region abhängt. Lammfleisch ist eines der traditionellsten und beliebtesten, in vielen Varianten, besonders in Türkei und Europa wird auch Rindfleisch verwendet. Hähnchen ist eine weitere sehr verbreitete Option, besonders beliebt bei denen, die einen leichteren Geschmack und magereres Fleisch bevorzugen. In einigen Regionen, wie in Griechenland, wird Schweinefleisch für die Zubereitung von Gyros verwendet, obwohl Schweinefleisch aus religiösen Gründen in muslimischen Traditionen nicht genutzt wird.
Wie wird Kebab gemacht?
Döner Kebab
Der Döner Kebab ist wahrscheinlich die bekannteste Variante in Europa und weltweit. Der Begriff „Döner“ bedeutet auf Türkisch „drehen“ und bezieht sich auf die Art, wie das Fleisch auf einem rotierenden vertikalen Spieß gegart wird.
Shish Kebab
Der Shish Kebab ist eine der traditionellsten Formen und besteht aus marinierten Fleischstücken, die auf Spieße gesteckt und gegrillt werden. Das Wort „Shish“ bedeutet auf Türkisch „Spieß“ und diese Zubereitungsart ist in vielen Kulturen des Mittleren Ostens verbreitet. Der Shish Kebab wird oft mit gegrilltem Gemüse wie Paprika, Zwiebeln und Tomaten serviert.
Adana Kebab
Der Adana Kebab ist nach der Stadt Adana im Süden der Türkei benannt und bekannt für seinen würzigen und aromatischen Geschmack. Er wird aus Hackfleisch (hauptsächlich Lamm) zubereitet, das mit rotem Chili, schwarzem Pfeffer und anderen Gewürzen vermischt wird. Das Fleisch wird um einen langen Metallspieß geformt und über Holzkohle gegrillt, was ihm einen charakteristischen rauchigen Geschmack verleiht.

Die Gewürze des Kebabs: Das Herz des Geschmacks
Die Gewürze sind das Schlüsselelement, das dem Kebab seinen charakteristischen und reichen Geschmack verleiht. Jede Variante hat eine einzigartige Gewürzkombination, aber es gibt einige Gewürze, die für den authentischen Geschmack unverzichtbar sind.
- Kreuzkümmel: Kreuzkümmel ist wahrscheinlich das am häufigsten verwendete Gewürz. Mit seinem erdigen und leicht scharfen Geschmack verleiht Kreuzkümmel dem Fleisch Tiefe.
- Koriander: Koriandersamen, gemahlen oder ganz, geben einen frischen und leicht zitrusartigen Geschmack. Dieses Gewürz wird oft verwendet, um stärkere Aromen auszugleichen, und findet sich in vielen Marinaden und Gewürzmischungen für Kebab.
- Paprika: Paprika ist ein weiteres grundlegendes Gewürz, das je nach Sorte süß oder scharf sein kann. Die süße Paprika verleiht Farbe und eine leichte Süße, während die scharfe Paprika eine würzige Note hinzufügt.
- Kurkuma: Kurkuma wird in einigen Kebab-Varianten wegen seiner goldenen Farbe und seiner wohltuenden Eigenschaften verwendet. Es verleiht dem Fleisch eine leichte bittere Note und eine gelbe Farbe, besonders in Varianten aus Indien und Iran.
- Kardamom: Kardamom mit seinem intensiven und leicht süßen Aroma ist ein wichtiges Gewürz in aromatischeren Zubereitungen wie dem indischen Seekh Kebab.
- Zimt: Obwohl es ungewöhnlich erscheinen mag, wird Zimt oft in kleinen Mengen verwendet, um dem Fleisch Komplexität zu verleihen. Er ist besonders in persischen Kebab-Gewürzmischungen präsent, wo er zu einem ausgewogenen Geschmack zwischen süß und würzig beiträgt.
- Baharat: Eine sehr verbreitete Gewürzmischung im Mittleren Osten. Sie besteht aus einer Kombination von schwarzem Pfeffer, Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Nelken, Kardamom und Paprika. Diese Mischung bietet ein komplexes Aromaprofil, das dem Fleisch Tiefe und Fülle verleiht. Sie wird oft verwendet, um das Fleisch vor dem Garen zu marinieren und ihm einen umhüllenden Geschmack zu geben.
Kebab: Rezept und Tipps
Um einen hausgemachten Kebab zuzubereiten, liegt der Schlüssel in der Auswahl der Zutaten und der Zubereitung der Marinade. Hier ist ein Basisrezept und einige Tipps, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Zutaten:
- 500g Hackfleisch (Lamm oder Rind)
- 1 geriebene Zwiebel
- 2 zerkleinerte Knoblauchzehen
- 1 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
- 4 Teelöffel Baharat-Mischung
- Salz nach Geschmack
- Ein Bund gehackte Petersilie
- Saft einer halben Zitrone
- 2 Esslöffel Olivenöl
Zubereitung:
- In einer großen Schüssel das Hackfleisch, die geriebene Zwiebel, den zerkleinerten Knoblauch, die Gewürzmischung, die Petersilie und den Zitronensaft gut vermengen, bis eine homogene Masse entsteht.
- Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 1-2 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen, besser noch über Nacht. So können sich die Aromen verbinden und das Fleisch wird besonders schmackhaft.
- Eine Portion Fleisch nehmen und fest um einen Spieß formen. Diesen Vorgang mit dem restlichen Fleisch wiederholen.
- Ein Grillrost oder eine Grillplatte erhitzen und die Spieße bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 10-12 Minuten grillen, dabei häufig wenden, bis das Fleisch gut durchgegart und außen leicht gebräunt ist.
- Den Kebab heiß servieren, zusammen mit Fladenbrot, frischem Salat und einer Joghurtsauce.
